Was ist der Purzelzwerg e.V.?
Konzept:
> Unsere Gesellschaftsstruktur hat sich dahingehend geändert, dass heutzutage Kleinkindbetreuung in Form von Kleinkind-Gruppen, Krabbelstuben, oder Kinderkrippen nicht mehr als notwendiges Übel gesehen werden sollten. Sie sind eine Notwendigkeit für Kinder Alleinerziehender sowie berufstätiger Eltern und sie können für Einzelkinder ohne gleichaltrige Spielpartner von großem Vorteil sein. In den vergangenen Jahren hat die zunehmende Forschung insbesondere im frühkindlichen Bereich gezeigt, dass Kinder unter vier Jahren für ihre Entwicklung einen größeren Erfahrungsspielraum benötigen als denjenigen, der in der heutigen Familie gegeben ist. Kindgerechte und entwicklungsgerechte Frühpädagogik, die in einem positiven Rahmen eingesetzt wird, kann sowohl im sozialen als auch im Wahrnehmungsbereich unserer Kleinkinder viele "Türen" öffnen. Nicht nur die Pflege oder "Aufbewahrung" der Kinder soll Ziel heutiger Kleinkind-Gruppen sein, sondern sie sollten möglichst zusätzliche Lebens- und Erfahrungsräume für die Kinder schaffen. Eltern brauchen Kleinkindeinrichtungen, um ihr Leben zwischen Familie und Beruf besser organisieren zu können und um ihre Kinder darin zu unterstützen, sich zu selbständigen, kritischen und sozialen Individuen zu entwickeln. Als die Gruppe "Purzelzwerg" ins Leben gerufen wurde, war es unser Ziel, eine Kleinkind-Einrichtung zu gründen, in der Kinder sich in einem liebevollen und qualitativ hochwertigen Rahmen zusätzlich zu ihrem Zuhause entfalten können und es den Eltern ebenso möglich ist, eine vertrauensvolle Partnerschaft aufzubauen.
> Eine Konzeption soll in unseren Augen als Leitbild oder Leitlinie dienen damit Mitarbeiter, Eltern mögliche Träger und die Öffentlichkeit uns besser verstehen, begleiten und auch hinterfragen können. Unsee Konzeption beinhaltet Vorstellungen, Grundsätze, Werte und Ziele, nach denen wir arbeiten. Wir wollen mit allen Mitwirkenden darauf hinarbeiten sie zu realisieren und sie als Orientierungshilfe und Ansporn für unsere tägliche pädagogische Arbeit zu nutzten. Sie soll uns als Anhaltspunkt dienen, um ständig das Bestehende und Neuanzustrebende zu überprüfen und uns dabei zu helfen, uns sinnvoll zu verändern und weiter zu entwickeln. Für alle, die sich für den Purzelzwerg interessieren und die unsere Dienste in Anspruch nehmen wollen, soll diese Konzeption dazu dienen, das Miteinander aufzuzeigen und erfahrbar zu machen.
> Das Kind als Gesamtpersönlichkeit, in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit, steht im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Es gilt, Interessen und Bedürfnisse des Kindes, seine Stärken und Schwächen zu erkennen, ernst zu nehmen, es darin zu akzeptieren und in seinen eigenen Entwicklungsschritten stützend zu begleiten. In dem Alter, in dem die Kinder den Purzelzwerg besuchen, erleben sie oft die allererste Trennung von Zuhause und von Mutter und Vater. Damit diese Trennung für das Kind als positiv erlebt wird, ist sein Wohlbefinden im Purzelzwerg an oberster Stelle. Hier bietet die Einrichtung mit bunten Farben und angenehmer Ruhe eine Umgebung, die aber durch die liebevolle Annahme der Betreuerin erst ihre Basis bekommt. Die Betreuerin vertritt Mutter- oder Vater-Rolle und nur ihre Ausstrahlung kann dem Kind Sicherheit und Geborgenheit geben. Der Vormittagsablauf, bestehend aus Bräuchen, Rhythmen und festen Spielstationen unterstützt dies. Die Schaffung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Eltern und Betreuerin ist auch sehr wichtig, um den Trennungsprozess für das Kind möglichst positiv zu gestalten und macht unser Ziel, die gemeinsame Erziehung des Kleinkindes, deutlich. Spieleaktivitäten wie beispielsweise "Bauernhof" oder "Eisenbahn" werden zunächst erklärt und vorgemacht. Die Betreuerin nimmt einen Platz in der Gruppe ein und wird somit zum motivierenden Spielpartner. Unser Ziel ist es, die Kinder beim eigenen Spielen zu motivieren und zu begleiten und nicht ihnen unsere Vorstellungen aufzudrängen. Die Aufgabe der Betreuerin liegt darin, mit Feingefühl die individuellen und gruppenspezifischen Bedürfnisse zu begleiten und jedem Kind zu ermöglichen sich gut in die Gruppe zu integrieren. Dies soll dennoch Raum dafür lassen, dass das Kind sich selbst entfalten kann. Es ist wichtig, den Kindern genügend Zeit zu lassen, Vertrauen zueinander, zu der Betreuerin sowie auch im Spielgeschehen in- und außerhalb der Räumlichkeiten zu gewinnen. Konflikte unter den Kindern werden besprochen und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Verbote werden vermieden und es wird versucht, durch Ablenkung eine Situation zu durchbrechen. Das Spielverhalten wird weitgehend ohne viele Worte begleitet und es wird darauf geachtet, dass die Kinder nicht Rollen schlüpfen wie beispielsweise brave, böse oder liebe Kinder.
> Der Spielraum im Purzelzwerg ist mit besonderem Augenmerk und einer liebevollen Auswahl an allerlei Spielsachen ausgestattet. Grundsätzlich verwenden wir nur Kindergeignete Materialien wie Holz, Wolle, Baumwolle und Seide. Nur in Ausnahmefällen wird anderes Material verwendet, wenn dieses sinnvoll und gerechtfertigt erscheint. Die Räume sind klar und übersichtlich gegliedert und es gilt der Grundsatz, dass weniger Spielsachen oft mehr Spaß machen! Grundsätzlich richtet sich die Einrichtung nach dem Kleinkind und dessen Drang, geerdet zu sein. Wir wollen alle Sinne ansprechen, sowie durch die Wahl des Spielzeugs die Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmungskraft und die Fantasie der Kinder anregen. Ein bisschen märchenhafte Stimmung fließt durch unsere Handpuppen und Spielfiguren, die oft von den Kindern mit Leidenschaft ins Herz eingeschlossen werden, mit ein.
Die Gruppen können ebenfalls an verschiedenen Plätzen die Jahreszeiten miterleben. Was draußen geschieht, wird drinnen zum Ausdruck gebracht. Für kleinere Kinder ist es noch schwierig sich klar vorzustellen, was sich in der Natur abspielt. Dennoch kennen sie unbewusst deren Gesetze. Dadurch, dass wir an den Plätzen im Raum, die Stimmung der Jahreszeit reflektieren, rufen wir in den Kindern etwas wach, was sich nicht so leicht mit Worten beschreiben lässt. Wir nehmen an ihnen eine Art Freude des Widererkennens wahr. Ein Tuch, eine Vase mit Zweigen oder Blumen der jeweiligen Jahreszeit, eine Postkarte, ein Figürchen genügen schon. Entsprechende Lieder, Fingerspiele und Kreisspiele untersützen die Prägung der Jahreszeit und geben dem Kind Halt und Geborgenheit. Die Gruppen haben auch die Möglichkeit, unmittelbar in der Nähe ihrer Räume einen Hof oder Garten zu bespielen.
> Das ganze Gruppengeschehen wird durch Aufräumlieder, Begrüßungsfiguren und deren dazugehörige Lieder sowie durch zeitlich gleichbleibende Abläufe wie zum Beispiel den „Morgenkreis“ und ein zweites Frühstück unterstrichen. Da sehr viele Familien aus unterschiedlichen religiösen und kulturellen Kreisen die Purzelzwerg - Kleinkindbetreuung in Anspruch nehmen, verzichten wir bewusst auf die Einbeziehung religiöser Rituale in unsere Arbeit. Die Kinder können ab 8:00 Uhr in den Purzelzwerg gebracht werden. Sie werden einzeln in Empfang genommen, beziehungsweise in der Eingewöhnungszeit grundsätzlich für ein paar Tage von einem Elternteil begleitet. Die Kinder bringen etwas Obst oder auch kohlehydrathaltige Lebensmittel z.B. in Form von Butterbrot, Zwieback oder Reiswaffeln als Beitrag zum gemeinsamen Frühstück mit. Danach wird gemeinsam das Frühstück vorbereitet. Freies Spielen findet etwa bis 10:00 Uhr statt. Darauf folgt eine Aufräumrunde und der Morgenkreis, welcher Bewegungslieder und Reime beinhaltet. Weitere Fingerspiele werden am Frühstückstisch, wo sich die Kinder anschließend versammeln, „gespielt“. Dort werden unsere Purzelzwerge von einer Handpuppe, unserem Frühstückskasper, nochmals individuell begrüßt. Das gemeinsame Frühstück ist ein wichtiger Teil, da die Kinder hier viel soziales Verhalten erlernen können. Oft ist der weitere Verlauf des Vormittags in freies und gelenktes Spiel eingeteilt. Zum Beispiel wird geknetet, gemalt, mit Klanginstrumenten musiziert oder aus einem Bilderbuch erzählt oder vorgelesen. Die Kinder können, soweit sie die Möglichkeit dazu haben, das gelenkte Spiel mitbestimmen. Jede Gruppe hat die Möglichkeit nach draußen zu gehen, und in diesem anderen Umfeld entstehen wieder ganz neue Spielansätze und auch neue Herausforderungen für unsere Kleinen. Dieser Ablauf wird natürlich den Zeiten der Ganztagesgruppe angepasst und abgeändert.
> Der Purzelzwerg ist eine familienergänzende und keine familienersetzende Einrichtung. Das bedeutet für uns eine konstruktive Zusammenarbeit und lebendige Partnerschaft mit den Eltern. Diese ist notwendig, um unsere Ziele zum Wohle des Kindes umsetzen zu können. Die Eltern sollten den Vormittag im Purzelzwerg so lange dies für das Wohl ihres Kindes nötig ist, begleiten und anwesend sein. In der Eingewöhnungsphase sollten Bedenken oder auch Ängste sofort mit der Betreuerin besprochen werden. Gespräche über Erziehungsfragen und –ziele, Handlungsweisen und Regeln, über die Entwicklung von Kleinkindern oder spezifische Eigenschaften des „neuen“ Purzelzwergs ergeben sich bei der Anwesenheit der Eltern in dieser Phase ganz automatisch. In regelmäßigen Abständen finden Elternabende statt, um einen weiteren Austausch zu ermöglichen und Kontakte auch zu anderen Familien auszubauen. Gemeinsame Feste sollen dazu dienen um das Gefühl des Miteinanders zu vertiefen und bei den vielen Fragen, Sorgen sowie dem Bedürfnis, die spannenden Erlebnisse im Leben mit Kleinkindern und gleichgesinnten zu teilen, Raum zu geben.
> Wichtige Grundlage für unsere Arbeit im Purzelzwerg ist das Verhältnis der Mitarbeiter im Team. Deshalb finden regelmäßig Teambesprechungen statt, in denen die Monatspläne und Tagesabläufe immer wieder durchdacht und geplant werden. Darüber hinaus finden Einzelgespräche der Erzieherinnen mit der Leitung des Purzelzwergs statt, die eine intensive Auseinandersetzung über die Problematik einzelner Kinder, über Gruppenabläufe u.v.a. unter besonderer Berücksichtigung der persönlichen Situation der Erzieherin, ermöglichen.
> Wir wollen kein Kind zu früh mit einer Trennung von den
Eltern überfordern. Das bedeutet für uns, dass die Persönlichkeit und der
Entwicklungsstand des Kindes bei der Integration in die Gruppe immer mit
berücksichtigt werden. Daher entscheiden wir individuell, wann der
Einstieg in eine Gruppe geeignet ist und machen ihn nicht an einer
bestimmten Altersgrenze fest. Die Kinder dürfen solange bei uns bleiben,
bis sie einen geeigneten Kindergartenplatz gefunden haben.
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