Seit mehr als 20 Jahren betreuen wir mit viel Engagement und Liebe unsere kleinen Purzelzwerge. Wir legen großen Wert auf qualitativ hochwertige Betreuung und in vielen Gruppen arbeiten drei Erzieher statt der vorgeschriebenen zwei.



Einleitende Gedanken

Unsere Gesellschaftsstruktur hat sich in den letzten Jahren dahingehend geändert, dass Kleinkindbetreuung heute in Form von Kleinkind-Gruppen, Krabbelstuben, oder Kinderkrippen nicht mehr als notwendiges Übel gesehen werden sollten. Sie sind eine Notwendigkeit sowohl für Kinder Alleinerziehender als auch berufstätiger Eltern und sie können für Einzelkinder ohne gleichaltrige Spielpartner von großem Vorteil sein. In den vergangenen Jahren hat die immer mehr zunehmende Forschung insbesondere für den frühkindlichen Bereich gezeigt, dass Kinder unter vier Jahren für ihre Entwicklung einen größeren Erfahrungsspielraum benötigen als denjenigen, der in der heutigen Familie gegeben ist. Kindgerechte und entwicklungsgerechte Frühpädagogik, die in einem positiven Rahmen eingesetzt wird, kann sowohl im sozialen Umgang untereinander als auch im Wahrnehmungsbereich unserer Kleinkinder viele "Türen" öffnen. Nicht nur die Pflege oder "Aufbewahrung" der Kinder soll Ziel heutiger Kleinkind-Gruppen sein, sondern sie sollten möglichst zusätzliche Lebens- und Erfahrungsräume für die Kinder schaffen.
Eltern brauchen Kleinkindeinrichtungen, um ihr Leben zwischen Familie und Beruf besser organisieren zu können und um ihre Kinder darin zu unterstützen, sich zu selbständigen, kritischen und sozialen Individuen zu entwickeln. Als wir die Gruppe "Purzelzwerg" ins Leben riefen, war es unser Ziel, eine Kleinkind-Einrichtung zu gründen, in der Kinder sich in einem liebevollen und qualitativ hochwertigen Rahmen ergänzend zu ihrem Zuhause entfalten können und in dem es den Eltern ebenso möglich ist, eine vertrauensvolle Partnerschaft zu den Erzieherinnen aufzubauen.




Pädagogische Ziele und wie wir sie erreichen

Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind als Gesamtpersönlichkeit mit seiner Vielfalt und Einzigartigkeit. Es gilt, die Interessen und Bedürfnisse des Kindes, seine Stärken und Schwächen zu erkennen, ernst zu nehmen, zu akzeptieren und das Kind in seinen eigenen Entwicklungsschritten stützend zu begleiten.
In dem Alter, in dem die Kinder den Purzelzwerg besuchen, erleben sie oft die allererste Trennung von Zuhause, von Mutter und Vater. Es ist unser Ziel, dass die Kinder sich in dieser schwierigen Phase ihrer Entwicklung wohlfühlen. Hierfür bietet unsere Einrichtung eine räumliche Umgebung, die so gestaltet ist, dass sie als „Dritter Pädagoge“ die Arbeit der Erzieherin unterstützt. Die Erzieherin übernimmt Mutter- oder Vater-Rolle und nur ihre Ausstrahlung kann dem Kind Sicherheit und Geborgenheit geben. Die Erziehung des Kindes ist insofern eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und uns, geprägt durch gegenseitiges Vertrauen.
Der Vormittagsablauf, geprägt durch Bräuche, Rhythmen und festen Spielstationen, unterstützt die Erreichung dieses pädagogischen Ziels.
Spielaktivitäten wie beispielsweise "Bauernhof" oder "Eisenbahn" werden zunächst von den Erzieherinnen erklärt und vorgemacht. Die Erzieherin nimmt einen Platz in der Gruppe ein und wird somit zum motivierenden Spielpartner. Ihre Aufgabe liegt darin, mit Feingefühl die individuellen und gruppenspezifischen Bedürfnisse zu erkennen und es jedem Kind zu ermöglichen, sich gut in die Gruppe zu integrieren. Daneben muss Raum dafür bleiben, dass sich jedes Kind selbst entfalten kann. Die Individualität eines Kindes wird in hohem Maß geachtet.
Konflikte unter den Kindern werden besprochen und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Wir vermeiden Verbote und versuchen, eine problematische Situation durch Ablenkung zu durchbrechen. Die Erzieherinnen begleiten das Spielverhalten weitgehend ohne viele Worte und achten darauf, dass die Kinder nicht als brave, böse oder liebe Kinder betitelt werden.




Räume

Der Spielraum im Purzelzwerg ist mit besonderem Augenmerk und einer liebevollen Auswahl der Spielsachen gestaltet. Grundsätzlich verwenden wir nur Materialien wie Holz, Wolle, Baumwolle und Seide. Nur in Ausnahmefällen wird anderes Material verwendet, wenn dieses sinnvoll und gerechtfertigt erscheint. Die Räume sind klar und übersichtlich gegliedert und es gilt das Prinzip, dass weniger Spielsachen oft mehr Spaß machen und vor allem die Fantasie anregen.
Die Einrichtung unserer Räume berücksichtigt vor allem das Bedürfnis des Kleinkindes, geerdet zu sein. Wir sprechen alle Sinne an und regen durch die Wahl des Spielzeugs die Grob- und Feinmotorik, die Wahrnehmungskraft und die Fantasie der Kinder an. Ein bisschen märchenhafte Stimmung fließt durch unsere Handpuppen und Spielfiguren mit ein, die oft von den Kindern mit Leidenschaft ins Herz geschlossen werden,.
Die Gruppen können in unseren Räumen an verschiedenen Plätzen die Jahreszeiten miterleben. Was draußen geschieht, wird drinnen zum Ausdruck gebracht. Für kleinere Kinder ist es noch schwierig, sich klar vorzustellen, was sich in der Natur abspielt. Dennoch kennen sie schon unbewusst deren Gesetze. Dadurch, dass wir an verschiedenen Plätzen im Raum die Stimmung der Jahreszeit reflektieren, rufen wir in den Kindern etwas wach, was sich nicht so leicht mit Worten beschreiben lässt. Wir nehmen an ihnen eine Art Freude des Wiedererkennens wahr. Ein Tuch, eine Vase mit Zweigen oder Blumen der jeweiligen Jahreszeit, eine Postkarte, oder ein Figürchen genügen schon. Entsprechende Lieder, Finger- und Kreisspiele unterstützen die Prägung der Jahreszeit und geben dem Kind Halt und Geborgenheit. Die Gruppen haben auch die Möglichkeit, unmittelbar in der Nähe ihrer Räume einen Hof oder Garten zu bespielen.




Der Vormittag im Purzelzwerg

Das Gruppengeschehen wird durch Begrüßungsfiguren und deren dazugehörigen Lieder, die zeitlich gleichbleibenden Abläufe wie zum Beispiel den „Morgenkreis“ und ein zweites Frühstück und nicht zuletzt durch Aufräumlieder geprägt. Da sehr viele der Purzelzwerg-Familien aus unterschiedlichen religiösen und kulturellen Kreisen stammen, verzichten wir bewusst auf die Einbeziehung religiöser Rituale in unsere Arbeit.
Die Kinder werden ab 8:00 Uhr in den Purzelzwerg gebracht. Sie werden einzeln in Empfang genommen, beziehungsweise in der Eingewöhnungszeit grundsätzlich für ein paar Tage von einem Elternteil begleitet. Gemäß des Gedankens, etwas von Zuhause mitzubringen, um es mit anderen in der Gruppe zu teilen, bringen die Kinder Obst oder auch kohlehydrathaltige Lebensmittel z. B. in Form von Butterbrot, Zwieback oder Reiswaffel als Beitrag zum gemeinsamen Frühstück mit. Das Frühstück wird gemeinsam vorbereitet. Etwa bis 10:00 Uhr findet freies Spielen statt. Da die äußere Ordnung die innere Ordnung eines Kindes stärkt, folgt eine Aufräumrunde. Der Morgenkreis mit seinen Bewegungsliedern und Reimen schließt sich an.
Am Frühstückstisch, wo sich die Kinder anschließend versammeln, werden weitere Fingerspiele „gespielt“. Dort werden unsere „Purzelzwerge“ von einer Handpuppe, unserem Frühstückskasper, nochmals individuell begrüßt. Das gemeinsame Frühstück ist ein wichtiger Teil der morgendlichen Rituale, da die Kinder hier viel soziales Verhalten erlernen können. Im weiteren Verlauf des Vormittags wechseln sich Freispiel und gelenktes Spiel ab. Zum Beispiel wird geknetet, gemalt, mit Klanginstrumenten musiziert oder aus einem Bilderbuch erzählt oder vorgelesen. Die Kinder können, soweit sie dazu in der Lage sind, das gelenkte Spiel mitbestimmen.
Jede Gruppe hat die Möglichkeit, nach draußen zu gehen. In diesem anderen Umfeld entstehen wieder ganz neue Spielansätze und auch neue Herausforderungen für unsere Kleinen. Dieser Ablauf wird natürlich den Zeiten der Ganztagesgruppe angepasst und abgeändert.
In der Ganztagesgruppe bekommen die Kinder ein ausgewogenes, kleinkindgerechtes Mittagessen und verbringen dann die Mittagsruhe in einem separaten Schlafraum,
dessen Einrichtung besonders den Bedürfnissen der Kinder nach Geborgenheit und Wärme entspricht. Jedes Kind hat sein eigenes Bettchen mit einem Himmel darüber und wird von der Erzieherin ganz individuell in den Schlaf begleitet. Eine Erzieherin ist während der gesamten Schlafzeit bei den Kindern im Raum.




Eingewöhnung

Grundsätzlich arbeiten wir nach dem „Berliner Modell“ und geben den Eltern folgende Vorgaben:

  • Schritt 1: die ersten Tage bei den Purzelzwergen dienen dem gemeinsamen Kennen lernen, dem Erkunden der Räume, dem Vertraut werden mit den Spielsachen und dem Erleben der Lieder, Fingerspiele und vielem mehr. Der gemeinsame Tagesrhythmus der Purzelzwerge beginnt um 9.00 Uhr. Bitte kommen Sie nicht später zu uns, damit Ihrem Kind genug Zeit bleibt, alles zu erkunden. Bitte halten Sie sich im Hintergrund auf und greifen Sie nur dann ein, wenn Ihr Kind Sie braucht.
  • Schritt 2: beginnt Ihr Kind, die neue Umgebung, die Erzieherin und die anderen Kinder anzunehmen, können Sie im Nebenraum ein interessantes Buch lesen, einfach entspannen, aber Sie sind noch für den „Notfall“ da.
  • Schritt 3: in Absprache mit der Erzieherin kann Ihr Kind nun eine gewisse Zeit alleine bei den Purzelzwergen spielen. Sie selbst können währenddessen einen Spaziergang, einen kleinen Einkauf o. ä. unternehmen. Für die seelische Entwicklung Ihres Kindes ist es hierbei wichtig, dass Sie sich klar von ihm verabschieden. Die Erzieherin bespricht mit Ihnen genau, welche Zeit Ihrer Abwesenheit am Anfang angemessen für Ihr Kind ist.
  • Schritt 4: Ihr Kind fühlt sich bei den Purzelzwergen wohl und geborgen und verbringt die Zeit bei uns alleine.




Elternarbeit

Der Purzelzwerg ist eine familienergänzende und keine familienersetzende Einrichtung. Das setzt eine konstruktive Zusammenarbeit und lebendige Partnerschaft mit den Eltern voraus.. Solange es für das Wohl und die Entwicklung des Kindes erforderlich ist, begleiten die Eltern das Kind am Vormittag im Purzelzwerg., das heißt, sie sind anwesend. In dieser Eingewöhnungsphase werden Bedenken oder auch Ängste sofort mit den Erzieherinnen besprochen. Es ist auch die Zeit, Gespräche über Erziehungsziele, Handlungsweisen und Regeln, über die Entwicklung von Kleinkindern oder der spezifischen Ausrichtung des Purzelzwergs zu führen.
In regelmäßigen Abständen finden Elternabende statt, um einen weiteren Austausch zu ermöglichen und Fragen und Sorgen zu begegnen. Kontakte auch zu anderen Familien können auf- und ausgebaut werden. Gemeinsame, jahreszeitlich wiederkehrende Feste dienen dazu, das Gefühl des Miteinanders zu vertiefen.




Team

Die Erzieherinnen im Purzelzwerg

  • identifizieren sich mit den Inhalten dieser Konzeption und arbeiten an der Umsetzung mit,
  • lieben schöpferische und kreative Arbeit,
  • gestalten in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Eltern den Lebensraum Krippe selbst,
  • sind Vorbild und Orientierungshilfe für die Kinder.


Das gute Verhältnis der Erzieherinnen untereinander ist eine wichtige Basis unserer Arbeit. In regelmäßigen Teambesprechungen sprechen sie ihre Aufgaben untereinander ab. Monatspläne und Tagesabläufe werden immer wieder überdacht und neu geplant.
Darüber hinaus finden Einzelgespräche der Erzieherinnen mit der Leitung des Purzelzwergs statt, die eine intensive Auseinandersetzung über die Problematik einzelner Kinder, über Gruppenabläufe u. v. a. unter besonderer Berücksichtigung der persönlichen Situation der Erzieherin, ermöglichen.
Die Erzieherinnen nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil.
Zur Prüfung und Verbesserung ihres Handelns bieten wir den Erzieherinnen Supervision und Coaching an.




Organisation der Gruppen

Entsprechend unseres Zieles, die Kinder bei der frühen Trennung von den Eltern zu unterstützen,, berücksichtigen wir immer die Persönlichkeit und den Entwicklungsstand des Kindes bei der Integration in die Gruppe.. Wir entscheiden individuell, wann der Einstieg in die Gruppe geeignet ist und machen ihn nicht an einer bestimmten Altersgrenze fest. Die Kinder dürfen später auch solange bei uns bleiben, bis sie einen geeigneten Kindergartenplatz gefunden haben. Es ist unser Ziel, die Gruppen so klein wie möglich zu halten, damit die Kinder genügend Ruhe und Raum haben, sich zu entfalten. Wir versuchen, einen Geschlechterausgleich unter den Gruppenmitgliedern herzustellen. Das unterstützt ein ausgewogenes Spielumfeld. Damit die Kinder während ihrer Purzelzwergzeit verschiedene Rollen durchleben können, bemühen wir uns auch, das Alter und die jeweiligen Entwicklungsphasen, in denen sich die Kinder befinden, bei der Zusammensetzung der Gruppen zu berücksichtigen.

Bei Krankheit oder anderweitig bedingter Abwesenheit der Erzieherin wird nach Möglichkeit eine Ersatzkraft eingesetzt. Muss die Betreuungsgruppe aus besonderem Anlass ausnahmsweise geschlossen bleiben, wird der Erziehungsberechtigte rechtzeitig unterrichtet.
Der Erziehungsberechtigte verpflichtet sich, das Kind nicht zur Betreuung in die Kleinkindgruppe zu geben, wenn bei diesem oder in der Wohngemeinschaft/Familie des Kindes eine übertragbare Krankheit oder ein hierauf gerichteter Krankheitsverdacht auftreten. Erkrankt das Kind an einer übertragbaren Krankheit oder wird es dessen verdächtigt, muss der Erziehungsberechtigte die Betreuerin unverzüglich benachrichtigen. Nach Ende einer übertragbaren Krankheit darf das Kind die Gruppe erst dann wieder besuchen, wenn eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorgelegt wurde.
Zwischen dem Purzelzwerg e.V. und den Erziehungsberechtigten wird ein schriftlicher Vertrag geschlossen, der unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Monats schriftlich gekündigt werden kann. Es wird eine Probezeit von einem Monat vereinbart. Während dieser Probezeit ist eine Kündigung des Vertrags mit einer Frist von drei Werktagen möglich. Das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund (außerordentliche Kündigung) bleibt hiervon unberührt.




Beobachtung und Dokumentation

Jedes Kind erhält zu Beginn seiner Zeit bei den Purzelzwergen eine eigene Mappe, individuell für das Kind bemalt und beschriftet. Diese Gestaltung schafft einen wertschätzenden Rahmen für die Sammlungen des Kindes. Das Kind blättert darin je nach Alter allein oder mit Hilfe der Erzieherin.
Das Kind wählt gemeinsam mit der Erzieherin Bastelarbeiten oder Bilder für den Ordner aus. Ergänzend werden Fotos, die das Kind bei einer Einzelbeschäftigung oder im Gruppengeschehen in der Krippe zeigen, gemacht und im Ordner gesammelt. Die Erzieher schreiben darüber hinaus regelmäßig kleine Briefe an die Kinder, in denen sie deren einzelne Entwicklungsschritte dokumentieren. Diese dienen dann auch als Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern.
Die Erzieherin „interviewt“ die Kinder, indem sie ihnen einfache Fragen nach ihren Erfahrungen, Stärken und Vorlieben stellt. Die Antworten der Kinder werden im Ordner gesammelt. Dies dient dazu, den Entwicklungsstand des Kindes zu dokumentieren und im Laufe des bzw. der Jahre die Weiterentwicklung zu erkennen.
Ist das Kind 3 Jahre alt und verlässt den Purzelzwerg, um in den Kindergarten zu gehen, bekommt es den Ordner als Abschiedsgeschenk überreicht. Wir ergänzen ihn noch mit den Texten unserer meistgesungenen Lieder, der Fingerspiele, des Rezepts zur Herstellung unserer hauseigenen Knete und vielem mehr.